Von Beate Bock
“Als ich mit dem Channeln anfing, habe ich mir sehr gewünscht, einmal einem leibhaftigen Aufgestiegenen Meister zu begegnen, und zwar so, daß ich absolut davon überzeugt sein würde, daß dieses auch wirklich ein Aufgestiegener Meister sei. Der Wunsch wurde mir erfüllt, auf den ersten Blick nicht ganz so auffällig, auf den zweiten dafür um so deutlicher:
An einem Herbsttag des Jahres 1989 morgens gegen 10 Uhr betrat ein ca. 40jähriger Mann den Verkaufsladen des Paradise Now in Berlin. Ich arbeitete damals dort und war gerade an der Kasse mit einigen Unterlagen beschäftigt. Ich blickte kurz hoch und stutzte. Der Mann trug einen edlen dunkelblauen, gestreiften Anzug, ein dazu passendes Hemd mit Krawatte und schwarze Schuhe. Er war rundum stilvoll gekleidet. Solch ein Anblick war in den esoterischen Läden zur damaligen Zeit sehr selten. Der Mann wirkte trotz seiner teuren Kleidung schlicht, dabei auf eine angenehme Art selbstbewußt. Ich war ein wenig irritiert und wandte mich wieder meinen Unterlagen zu.
Doch nicht für lange, denn irgendwie mußte ich einfach wieder hochschauen. Dieser Mann fesselte meine Aufmerksamkeit, und ich wollte wissen, was er da eigentlich machte. Ich spürte, daß irgend etwas Ungewöhnliches vor sich ging.
Der Mann ging ganz ruhig zu einem Regal und nahm ein goldfarbenes Kännchen aus Indien heraus. Er war der erste Kunde überhaupt, der sich dafür interessierte. Und dann fragte er mich auch noch nach dem Inhalt. “Erwischt”, dachte ich. Es war eines der teureren Produkte im Laden, aber ausgerechnet über dieses Kännchen konnte ich nichts sagen, obwohl ich ansonsten über das gesamte Sortiment sehr gut Bescheid wußte.
“Ich frag’ mal nach”, sagte ich und ging nach hinten ins Büro, um Thomas, einen der Inhaber des Geschäfts, zu fragen. Und der tat, was er sonst nur selten tat: Er kam mit nach vorne in den Laden, um den Mann persönlich zu beraten. Dann kam auch noch ein anderer Angestellter nach vorne. Ich war gar nicht erfreut, diesen zu sehen, denn kurz vorher hatte ich eine Auseinandersetzung mit ihm gehabt, und ich war noch ziemlich wütend auf ihn. Seltsamerweise stand mit einem Mal auch Simone, die andere Inhaberin, im Raum, und nun waren wir alle, zusammen mit diesem Mann, im Laden versammelt. Es gab eigentlich keinen Grund, weshalb auch alle anderen nach vorne gekommen waren, aber irgendwie zog dieser Mann uns alle in seinen Bann.
Und während wir so herumstanden, veränderte sich plötzlich die Energie. Sie wurde lichtvoller, und mit einem Mal lag ein eigentümlicher Zauber in der Luft. Mein Zorn auf den Kollegen schmolz zusehends dahin. Ich war sehr irritiert und fragte mich, wieso ich einfach aufhörte, wütend zu sein. Immer mehr Frieden breitete sich in mir aus, und ich mußte mich schon richtiggehend anstrengen, diese Wutgefühle in mir festzuhalten.
Schließlich dachte ich: “Ach, was soll’s!” und ließ los. Mein Zorn löste sich augenblicklich in Luft auf.
Wenig später gingen Thomas, Simone und der Angestellte zurück in die hinteren Räume, während ich mich wieder an die Kasse setzte. Der Mann hatte das Kännchen wieder zurückgestellt und ging jetzt weiter an andere Regale. Er bewegte sich im Laden, als ob er ihn in- und auswendig kennen würde. Er wählte nun die unterschiedlichsten Produkte aus verschiedenen Regalen aus, ohne sie, wie es die meisten tun, erst in die Hand zu nehmen und zu begutachten oder nach dem Preis zu schauen. Er nahm die Produkte heraus, so als wüßte er ganz genau, was er wollte und wo sie zu finden waren.
Schließlich kamen fünf oder sechs höchst unterschiedliche Dinge – Seife, Creme, CD, Kristall, etwas in dieser Art – zusammen, die er vor mir auf den Tresen legte. Ich nannte ihm den Betrag, und er gab mir einen 100 DM-Schein. Als ich ihm sagte, daß ich so früh am Morgen einen so großen Geldschein noch nicht wechseln könne, griff er in drei(!) verschiedene Taschen seines Jacketts und holte, ohne hinzusehen und nachzuzählen(!), aus jeder Tasche Geld heraus und legte es mir auf den Tisch. Es war ein krummer Rechnungsbetrag, wie zum Beispiel 54,40 DM, und als ich nachzählte, stimmte die Summe auf den Pfennig genau. Da war ich aber baff. Alles an der Situation und an dem Mann war merkwürdig.
Schließlich packte er die Sachen in einen schwarzen Aktenkoffer, den ich dafür ziemlich unpraktisch fand, und verabschiedete sich. Er hatte, wie gesagt, auch Pflegeprodukte gekauft, und ich dachte noch bei mir: “Da, wo der hingeht, braucht er diese Sachen doch gar nicht.”
Später konnte ich mich weder an sein Gesicht noch an seine Stimme erinnern, obwohl ich ihm lange zugesehen und er ja auch mit mir gesprochen hatte.
Die Begebenheit war so merkwürdig und auffällig, daß ich meinem Freund später sagte: “Du, ich glaube, da war heute ein Außerirdischer im Laden.” Wir lachten darüber, und ich vergaß die ganze Sache, bis St. Germain sich beim nächsten Channeling meldete und sagte, daß er uns im Laden besucht habe und wir es nicht einmal bemerkt hätten. Als Erkennungszeichen sei eine kleine rote Rose an seinem Jackett angesteckt gewesen. Ich erinnerte mich nun wieder, auf seinem Anzug oben links eine rote Rose mit grünem Stiel gesehen zu haben. Nachträglich wurde mir von anderen erzählt, daß eine Rose als typisches Erkennungszeichen von St. Germain gilt, was ich vorher nicht gewußt hatte.”
Auszug aus “Wie der Zufall aus meinem Leben verschwand“, S. 241-244
Weitere Informationen
Hier herunterladen: Original-Zeitschriftenartikel “Wundersame Begegnung mit St. Germain im Esoterik-Laden” im PDF-Format, erschienen in der “SEIN“, Berlin, Ausgabe April 2003. Wenn Sie mehr über diese esoterische Zeitschrift erfahren möchten, klicken Sie hier: www.sein.de.